Controlling heute Rosita Blaha

Das „Virus der grünen Segel“: ICV-Kuratoriumsmitglied Hillert Onnen engagiert sich für Segelschulschiff

21. Mai 2015

Kräftig anzupacken auf dem Großsegler „Alexander von Humboldt II“ hatte Hillert Onnen, Kuratoriumsmitglied des Internationalen Controller Vereins (ICV); nicht nur beim letzten Hamburger Hafengeburtstag am 9. Mai. (Bild: Onnen rechts)

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Hillert Onnen war bis Mai 2013 Finanzvorstand der BREMER LAGERHAUS-GESELLSCHAFT – Aktiengesellschaft von 1877 und in dieser Funktion auch schon seit einiger Zeit Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Stiftung Sail Training (DSST). Zu deren Stiftern gehört die BLG Logistics Group AG & Co KG. Die DSST betreibt das Segelschulschiff „Alexander von Humboldt II“.

2013 hatte Onnen den Aufsichtsratsvorsitz der Stiftung übernommen – in stürmischen Zeiten. Das 2011 in Bremen für 15 Mio. EUR – davon 3 Mio. EUR Spendengelder und 12 Mio. fremdfinanziert – gebaute Schiff hatte mit einer finanziellen Schlagseite zu kämpfen. Das faszinierende Schiffsprojekt war noch im Anfangsstadium in unvorhersehbare Turbulenzen der Wirtschaftskrise geraten, der überraschende Ausfall mancher Sponsoren hatte es nicht nur erheblich verteuert, auch die kalkulierte Auslastung erwies sich als unzutreffend. Aufsichtsrat und Vorstand mussten mit einem neuen Strukturkonzept das Ruder herumreißen. Das bedeutete: finanzielle Restrukturierung, gepaart mit einem neuen Vertriebs- und Marketingkonzept.

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Inzwischen hat eine neue Eignergesellschaft das Schiff übernommen und an die DSST langfristig verchartert. Und unübersehbar kündet die stolze Dreimastbark selbst vom eingeschlagenen neuen Kurs: Als Nachfolgerin der mit ihrem tiefgrünen Segeltuch weithin bekannt gewesenen „Alexander von Humboldt I“ war das von ihrer Crew liebevoll „Alex-2“ genannte neue Schiff anfangs mit weißen – und nicht mehr mit den so beliebten grünen – Segeln auf den Meeren unterwegs gewesen. Das hatte zu einer Flaute bei der Identifikation von Mitseglern, Förderern und selbst bei der eigenen Stammmannschaft geführt und kritische Folgen erwarten lassen. Seit Frühjahr 2015 wurde deshalb das Tuch ausgetauscht: das „Virus der grünen Segel“ kehrte zurück; mit spürbarem Erfolg. Als Hillert Onnen auf der „Alexander von Humboldt II“ beim Segeltörn auf der Elbe zum Hamburger Hafengeburtstag die grünen Segel mit setzte, war der Zuspruch von Mitseglern, Gönnern und den Medien für den Windjammer wieder enorm.

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Bild oben: Hillert Onnen (Mitte) auf der Brücke der „Alexander von Humboldt II“ mit Kapitän Reimer Peters (links) und DSST-Vorstandssprecher, Jürgen Hinrichs (rechts).

Bild unten: Crew und Mitsegler treffen sich in der Messe. Das Essen bereiten ehrenamtlich tätige Profis zu, den Service an den Tischen leisten ebenfalls Freiwillige.

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Hinter der Dreimastbark mit dem grünen Rumpf und ihren grünen Segeln stehen viele ehrenamtlich engagierte Menschen verschiedenen Alters, verschiedener Professionen, die es aus allen Himmelsrichtungen an Bord zieht. Hillert Onnen ist einer von ihnen, die gerne andere vom traditionellen Segeln auf dem Großsegler begeistern möchten. Selbst hat er noch keine Reise, weder einen kurzen und schon gar keinen Mehrtagestörn auf Nord-, Ostsee, Mittelmeer, Atlantik oder karibischer See, mitmachen können. Es fehlte ihm schlicht die Zeit in den vergangenen stürmischen Zeiten. Doch das soll nun bald anders werden.

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„Alexander von Humboldt II“:

3-Mast-Bark, ziviles Segelschulschiff unter deutscher Flagge,

Heimathafen: Bremerhaven, gebaut 2011 in Bremen

Vorwiegend genutzt für die Ausbildung – insbesondere junger Menschen. Neben dem Segeln bekommen die Jugendlichen wichtige soziale Kompetenzen vermittelt.

Der Großsegler soll für jeden Interessierten Aktivurlaub abseits des Massentourismus erlebbar machen. Auch Firmen können maßgeschneiderte Angebote für außergewöhnliche Veranstaltungen an Bord gemacht werden. Für die Teilnahme ist keine Segelerfahrung notwendig, die Crew bringt den Mitseglern die wichtigsten Handgriffe bei.

Infos: www.alex-2.de

 

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Poznan Congress: Polnische Arbeitskreisleiter danken Adrianna Lewandowska

13. Mai 2015

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Das war ein ergreifender Abschluss des 9. International Controlling Congress gestern in Poznan. Die Gründerin des ICV-Netzwerkes in Polen, Dr. Adrianna Lewandowska (Bild: Mitte mit Blumenstrauß), langjähriges ICV-Vorstandsmitglied, nahm Abschied und reichte symbolisch ihre Ehrenämter weiter: an Malgorzata Podskarbi (Bild: rechts) aus Poznan als neues Mitglied im ICV-Vorstand und an Edyta Szarska (Bild: 2.v.r.) aus Warschau, die die polnische ICV-Geschäftsstelle übernehmen wird. Die angereisten Arbeitskreisleiter aus Polen dankten mit bewegenden Worten Adrianna Lewandowska für ihre langjährige erfolgreiche Arbeit.

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Den zweiten Konferenztag hatte Dr. Herwig R. Friedag aus Berlin mit dem Vortrag “Success by Innovation” eröffnet. Es folgten Referate zu den Themen Kostenmanagement, Potenziale von Big Data, den Folgen der Datenüberflutung für Controller wie Manager, zu “Clean Data” sowie “Data Future” aus Sicht von Google. ICV-Vorstandsmitglied Malgorzata Podskarbi (Volkswagen Poznan Sp. z o.o.) sprach im Plenum zu den aktuellen Herausforderungen für die Controller in Polen, die sich aus Entwicklungen wie Industrie 4.0, Big Data, Gloablisierung und Nachhaltigkeitsthemen ergeben. Dabei zeichnete sie ein Controller-Profil als Business Partner des Managements in der Rolle als Business Partner/Advisor, als Analyst, als Change Agent/Change Leader wie auch als betriebswirtschaftliches Gewissen.

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In Poznan läuft der 9. International Controller Congress

11. Mai 2015

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“Controlling Challenges in the Era of Big Data” ist das Motto des 9. International Controlling Congress, der heute früh in Poznan gestartet ist. Die von den polnischen ICV-Arbeitskreisen organisierte Tagung eröffnete Dr. Adrianna Lewandowska (Bild oben), langjähriges ehemaliges ICV-Vorstandsmitglied. Als erster Referent sprach Peer Hohn (Phizzard.com) vom ICV-Arbeitskreis Berlin-Brandenburg über Data Driven Processes bei Fashion Retailern.

Während der von Dr. Adrianna Lewandowska und Dr. Herwig R. Friedag gemeinsam moderierten Tagung (Bild unten) sprachen im weiteren Verlauf Zbigniew Jaszczuk (Strabag Sp. z o.o.) über Beyond Budgeting Konzepte, Pawel Rafalski (SOLET Sp. z o.o.), in der polnischen ICV-Region verantwortlich für Firmenmitgliedschaften, zum Thema “Big Data – Chance oder Bedrohung?”, Thomas Przybyszewski (Oracle Polska) über den Einsatz von Big-Data-Lösungen im Umfeld von Fraud Detection, Rafal Stalewski (Tagetik Polska) über den Nutzen von Big Data für das Management.

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Mateusz Kowalewski und Sebastian Steckiewicz (Fa. HORTIMEX) erörterten dann in einem dialogischen Vortrag die Rolle des Controllers in einem mittelständischen Familienunternehmen: Kowalewski aus der Sicht des Eigentümers, Steckiewicz als ehemaliger Controlling-Berater und jetziger Vertriebsmanager.

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Bildhaft und humorvoll hatte übrigens am Morgen eine gespielte Szene (Bild s.o.) in das Thema Big Data eingeführt: Big Data als zerstörerischer Daten-Tsunami – der Surfer mit Anzug und Krawatte (links) war bildlich baden gegangen und tappte wirklich nass auf die Bühne! – oder Big Data als Welle, die das Unternehmen voran bringt? Diese Frage wurde auch in einer Panel-Diskussion nach der Mittagspause geführt. Neben breiten Diskussionen zu den Risiken wurden dabei von den Teilnehmern Chancen diskutiert: Wie kann Big Data zur Entwicklung neuer Business Modelle beitragen?

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ICV-Experten referieren auf ACCID-Kongress in Barcelona

7. Mai 2015

Am 28./29. Mai findet in Barcelona der VI. ACCID Kongress mit einem “Spezialprogramm Controlling” statt, das namhafte ICV-Experten prägen. Das Tagungsprogramm ist online, bis 10. Mai gelten noch Vorteilspreise für ICV-Mitglieder.

Am 28. Mai spricht um 17:30 Uhr, Prof. Dr. Heimo Losbichler, Stv. Vorsitzender des Internationalen Controller Vereins (ICV), Vors. der International Group of Controlling (IGC), Studiengangsleiter Controlling, Rechnungswesen und Finanzmanagement, FH-Oberösterreich, Steyr. Losbichler erörtert sein Thema, “Controlling 4.0 – Management Control Processes and Controllers’ Role of the Future”, mit diesen Schwerpunkten:

  • The Change in Controlling? – Current trends and outlook
  • The New World of a Sharing Economy – The Power of Sharing
  • Controlling Tools And Skills of Tomorrow

Am 29. Mai spricht dann um 10.30 Uhr Dr. Hendrik Vater, CFO DHL Supply Chain Southern Europe, Leiter des ICV-Fachkreises “Working Capital Management” und Mitglied des ICV-Kuratoriums zum Thema “Trends and success factors in working capital management”.

Angekündigt ist am selben Tag für 12.00 Uhr schließlich der Vortrag “With SUCCESS to International Business Communication Standards (IBCS)” von Dr. Jürgen Faisst, Partner der Hichert + Partner AG.

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“Herrschende Zahlenmenschen”

6. Mai 2015

wiwo_cover_04052015Die Aufmacher-Geschichte ist fast reißerisch. Die Wirtschaftswoche (Ausgabe 19 vom 4. Mai 2015) titelt: “Wir übernehmen! Jeder dritte Dax-Chef war Finanzvorstand. Wohin führt die Herrschaft der Zahlenmenschen?” Ab Seite 82 geht es unter der Überschrift “Graf Zahl” dann los, Anlass der Story ist der Start von Oliver Bäte als Allianz-Vorstandschef, vormals auch Finanzvorstand.

Die Einleitung lässt mich verwundert, fast geschmeichelt, weiterlesen. Da heißt es, 10 von 30 Dax-Vorstandsvorsitzenden seien vorher schon für die Finanzen verantwortlich gewesen und dann nahtlos weiter: “Controller durchschauen alle Konzernbereiche, bewahren in der Krise einen kühlen Kopf und verstehen Investoren. Sind sie aber auch kreativ genug?” – Controller?!

Da soll also wohl das Vorurteil von den “Pedanten, die tolle Ideen mit einem einzigen Blick in die Bilanz ersticken” hinterfragt werden, hoffe ich. Aber Finanzchefs und Controller synonymisch gleichzusetzen, lässt mich geradezu aufhorchen. Das geschieht dann im Text immer wieder, stelle ich bei der Lektüre fest und vermute: Absicht.

Wie dem auch sei: Die Autoren fragen eingangs, ob die “aufgehübschten Karriereaussichten von Controller und Co. die gestiegene Qualität von Deutschlands Finanzern” widerspiegeln, “oder wird die Controller- und Zahlenlogik nun auf Jahre hinaus die Unternehmenswelt plagen? Siegt gar der Einfluss der Kapitalmärkte? Und bräuchten Unternehmen nicht gerade in Zeiten des rasanten digitalen Wandels eher Kreativität als Controlling?”

Wenn auch manches Vorurteil dabei mitschwingt, wird eine ganze Reihe von Stärken aufgelistet, die – nun wieder – “Finanzchefs” mitbringen:

  • durch die Finanzkrise gestärkte Positionen
  • sprechen Sprache der Investoren, Kontakt zu und Vertrauen der Investoren
  • haben Einblick in alle Unternehmensbereiche: “Helikopterblick”
  • versprechen Rationalität und kühlen Kopf
  • gewachsenes, gesundes Selbstbewusstsein
  • immer mehr mit Strategieaufgaben befasst
  • stehen für Sicherheit und Risikobewusstsein
  • wagen auch mal Einschnitte

Das alles prädestiniere aktuell Finanzchefs für den Wechsel auf den Sessel des Vorstandsvorsitzenden, meinen die Autoren. Und auch “Controller”, die hier im selben Atemzug genannt werden…

Dass Controller via CFO- auf CEO-Sessel wechseln, zeigen Beispiele im Internationalen Controller Verein (ICV) eindrucksvoll. Die von der Wiwo genannten Stärken der “Zahlenmenschen” können in der Tat bei Controllern sehr gut ausgeprägt werden – natürlich je nach konkreter Unternehmenssituation, vor allem nach den jeweiligen Manager-Persönlichkeiten, mit denen es die Controller zu tun haben.

CM 3 2015Wie der ICV die Rolle und Karrierechancen des Controllers sieht – und das in Abhängigkeit “seines” CEOs, beschreibt ein Artikel in der brandneuen Ausgabe des “Controller Magazin” (3/2015) von Robert Ottel (Vorstand voestalpine AG/assoziiertes ICV-Mitglied) und Heimo Losbichler (stv. ICV-Vorstandsvorsitzender, Vors. der International Group of Controlling). Aus dem darin gezeichneten Idealbild des Controllers als Sparringspartner bzw. Businesspartner, der “sachlich, frei von Emotionen und unabhängig auf Augenhöhe des Managements agiert”, leiten sie zwei grundsätzliche Aufgaben ab: Controller müssen einerseits das Streben nach Umsatz- und Ertragswachstum unterstützen und andererseits als kaufmännisches Gewissen zum Wohl des Unternehmens eine eigenständige Position beziehen.

Am Ende des Artikels, der vier unterschiedliche CEO-Typen beschreibt und daraus vier verschiedene Auslegungen der Sparringpartner-Rolle ableitet, werden sehr unterschiedliche Karrierechancen für Controller skizziert: von besonders hohen (beim Controller in der Rolle der Lebensversicherung) bis ganz geringen (wo Widerspruch des Controllers mit Ignoranz oder gar Kündigung beantwortet wird).

Lesenswert!

 

Medienschau

Russischer Controllerverein tagt in Wladimir

27. April 2015

Wladimir PanoramaAm 23. April hat in Wladimir, einer 190 km nordöstlich von Moskau auf dem “Goldenen Ring” gelegenen historischen Stadt, der 6. Internationale Controlling Kongress der russischen Controller-Vereinigung stattgefunden. An der Tagung unter dem Motto “Aktuelle Herausforderungen des Controllings und Anforderungen an Controller” nahmen Gäste aus verschiedenen Städten und Regionen Russlands wie auch aus Bulgarien, Deutschland und Estland teil.

Wladimir_conference_Sander_FalkooEinleitend berichtete Prof. Sergey Falko (Bild rechts), Vorsitzender der russ. Controllervereinigung von der Moskauer Baumann Universität, über den 40. Congress der Controller, den er wenige Tage zuvor in München besucht hatte. Anschließend informierte Hans-Peter Sander (links), Leiter des ICV-Teams PR/New Media, über den ControllerPreis 2015 sowie über die Jahresthemen des ICV, Big Data, Industrie 4.0 sowie Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit Controlling und Controllern. Referenten der Tagung widmeten sich mehrfach Fragen der Rolle der Controller in den russischen Unternehmen und den sich daraus ergebenden Anforderungen an die Persönlichkeitsprofile. Dabei wurden Betrachtungen sowohl entsprechend dem IGC-Controller-Leitbild wie auch den Auffassungen der CIMA angestellt. Andere Redner gingen u.a. auf das Monitoring und die Entwicklung von Mitarbeiter-Kompetenzen ein.

Die russische Controllervereinigung und der ICV arbeiten seit mehreren Jahren zusammen. Zu Symposien und Kongressen in Russland werden immer wieder ICV-Referenten eingeladen, die über aktuelle Entwicklungen im Controlling berichten. Prof. Falko war bereits mehrfach Gast des Münchner Congresses.

Wladimir Plenum Wladimir Stadt

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Diskutieren Sie neues ICV-White-Paper Investionscontrolling 2.0!

27. April 2015

Soeben haben wir im ICV-ControllingBlog einen Bereich “Investitionscontrolling 2.0″ eröffnet. Darin wird das neue White Paper des ICV-Fachkreises “Green-Controlling”, „Investitionscontrolling 2.0 – Planung und Umsetzung von Investitionen zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele“, vorgestellt.

LeserInnen sind herzlich eingeladen, das zum 40. Congress der Controller erstmals vorgestellte Dokument zu diskutieren und mit Ihren sehr willkommenen Kommentaren zur Weiterentwicklung beizutragen.

Hier entlang!

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Termin für den Controller-Congress 2016

21. April 2015

Siegfried Gänßlen fasst die Essentials des 40. Congress der Controller in seinem Schlusswort zusammen, bedankt sich bei allen Mitwirkenden, weist auf die Download-Möglichkeiten der Congress-Unterlagen hin und lädt zum 41. Congress der Controller am 25./26.4.2016 in München ein.

40. Congress der Controller 2015

Controlling 4.0 – Steuerungsprozesse und Rollen der Zukunft

21. April 2015

Professor Dr. Heimo Losbichler, FH OÖ Steyr, stv. Vorsitzender des ICV, entwickelt den Zeitstrahl der Controlling-Instrumente seit 1899, dem Zeitpunkt der Erfindung der Deckungsbeitragsrechnung.

In den letzten Jahren erfolgte ein langsamer, aber tiefgreifender Wandel, in denen die Rolle und die Systeme an die Umweltveränderungen angepasst wurden. Dabei wurden die Systeme weiterentwickelt, eine höhere Komplexität beherrschbar gemacht, die Prozesse wurden schneller geworden und es werden mehr Informationen geliefert.

Die Eckpfeiler im Führungsprozess werden beim Controlling in einer Industrie 4.0 die gleichen bleiben, z.B. das Sankt Gallener Führungsmodell mit Zielen. Instrumente sind in Fülle vorhanden: BSC, EFQM, Performance Pyramide, Werttreiberbau, Tableau de Bord, SCOR.

Es wird auch weiterhin die Controller-Rolle als Sparringspartner geben, da es im Management auch weiterhin Wollensprobleme und Könnensprobleme geben wird.

Die Anpassung wird aber auch weiterhin schwerpunktmäßig in folgenden Bereichen erfolgen: Instrumente, IT, Prozesse, Organisationsstruktur, …

Isoliert betrachtet könnte insbesondere die Digitalisierung einen größeren Einfluss ausüben: Shared/Collaborative Economy und Internet of Things. Das Internet senkt die Transaktionskosten teilweise dramatisch. Vertikale Integration ist nicht mehr zwingend erforderlich. Dadurch kann eine Fragmentierung zu einer “Economies of Scale” beitragen (z.B. Wikipedia).

Wir produzieren, konsumieren, finanzieren u. lernen radikal anders.

Gatekeeper und nicht wertschöpfende Marktteilnehmer werden weggefegt (Banken vs. Crowdfunding oder Gault Millau vs. TripAdvisor)

Es entstehen sehr schnell neue Geschäftsmodelle (Airbnb, Uber, Coursera)

Eine neue Messgröße für Controller in der Industrie 4.0 könnte es sein, die Effektivität in der Entwicklung neuer Geschäftsfelder zu messen.

Was ist die Konsequenz einer totalen Vernetzung (Internet of Things) für Controller? Datenexplosion, -vernetzung und –schutz. Damit ist ein Information Overload möglich.

Was ist der Ausweg aus dem Datenlabyrinth: Visualisierung von großen Datenmengen sowie Analytics.

Weiterhin kann die Arbeitswelt des Controllers durch die Generation Y beeinflusst werden. Diese haben neue Werte-Vorstellungen: Statussymbol Selbstbestimmung, Work Life Balance, Das Heute und der unmittelbare Nutzen zählt, hochgradig unverbindliche High-Potentials, Commitment auf Zeit statt Loyalität.

Wie attraktiv ist der Arbeitsalltag des Controllers mit Termindruck (Monats- und Jahresabschlüsse) für eine Generation, die sich selbst bestimmen möchte?

Seine abschließende Aufforderung an die Controller-Community lautet, das Controller-Rollenbild der Zukunft selbst zu gestalten und nicht anderen zu überlassen.

40. Congress der Controller 2015

Vom Ursprung des Computers zu Big Data

21. April 2015

Prof. Dr. Ing. Horst Zuse, TU Berlin / Hochschule Lausitz

Prof. Horst Zuse berichtet von der Zukunft über die Gegenwart bis zur Vergangenheit des Computers. Ein fachlich fundierter, plakativer aber auch irgendwie positiv-emotionaler Vortrag, in dem der das Lebenswerk seines Vaters, Konrad Zuse, dem Erfinder des ersten digitalen Computers, im wahrsten Sinne des Wortes nachgebildet wird. Ein absolutes Highlight dieses Kongresses!

40. Congress der Controller 2015

Oi Torpedo