Wahrscheinlich sind die meisten von Ihnen jetzt entweder im Planungsprozess oder, wenn Sie schulpflichtige Kinder haben, in den Ferien.
Ferien können als Projekt betrachtet werden, für das ein Projektcontrolling durchgeführt werden kann. Die Familie ist das Projektteam, es gibt es Zeit- und Kostenbudget und ein Ziel: möglichst hohe Zufriedenheit für das Projektteam als Ganzes.
Bei einem 14-Tage-Urlaub sollte spätestens am 4. Tag ein Milestone-Meeting mit einem Projekt-Soll-Ist-Vergleich stattfinden. Im Rahmen der controllerischen Transparenzfunktion könnte dieser auch grafisch gestaltet sein. Auf einer X-Achse werden die Urlaubstage abgetragen. Am rechten Ende der X-Achse, in diesem Beispiel am 14. Tag, wird eine Y-Achse angefügt. Am oberen Teil der Y-Achse werden Prozentzahlen für die Urlaubszufriedenheit abgetragen – oberster Wert normalerweise 100 Prozent. Am unteren “Ast” der Y-Achse wird das geplante Kostenbudget für das Projekt abgetragen. Unterster Wert ist der geplante Gesamtbetrag.
Jetzt werden auf Höhe des X-Wertes “4. Tag” (x=4) unterhalb der X-Achse einerseits die Kosten maßstabsgerecht mit einem Punkt und Höhe des Betrages eingetragen. Wahrscheinlich dürfte hier, wenn die Reise schon vorab bezahlt wurde, ein Wert in Höhe von ca. 75 Prozent des geplanten Gesamtbetrages stehen.
Nun tragen die einzelnen Familienmitglieder oberhalb der X-Achse am 4. Tag ihren individuellen Zufriedenheitswert, ebenfalls maßstabsgerecht, ein. In meiner Familie lag dieser Wert beispielsweise bei 3 Familienmitgliedern bereits zwischen 70-80 Prozent, während ein Familienmitglied seine Zufriedenheit mit 30 Prozent angab.
Diese Einschätzungen der Zufriedenheit sind sehr subjektiv. Warum-Fragen führen hier nur zu Rechtfertigungs- und Verteidigungsritualen. Die bessere Frage wäre zukunftsorientiert und würde lauten: “Was müssen wir tun, damit jedes einzelne Familienmitglied am Urlaubsende das Projektziel von 100 Prozent Zufriedenheit erreicht?” Es ist ein Maßnahmen-Brainwriting mit Diskussionsverbot durchzuführen. Die Vorschläge müssen anschließend diskutiert werden und Maßnahmen müssen beschlossen und terminiert werden. Evtl. ist die Hausbank anzurufen, um die Grenze für den Dispositionskredit etwas höher zu setzen, da die zusätzlichen Maßnahmen die Plan-Kosten überschreiten werden.
Spätestens am 8. Urlaubstag ist der nächste Soll-Ist-Vergleich im Team durchzuführen in gleicher Form durchzuführen.
Schöne Urlaubstage!
Manfred Grotheer Sonstiges
Untertitel: “Möglichst sanft durch die Krise: Controller verstehen sich als ökonomische Lotsen, nicht als Bremser”
So lauten die Überschriftenzeilen der Titelreportage in der Rubrik “Beruf und Karriere” der SZ am 17./18. Juli 2010.
Eine sympathische Beschreibung des Arbeitsfeldes des Controllers auf ca. einer halben Druckseite.
Manfred Grotheer Sonstiges
Auf dem letzten Controller-Congress wurden die Initiativen aus der Ideenwerkstatt des ICV unter dem Stichwort “Green Controlling” dargestellt. Auch die Volkswirte suchen nach einer neuen Kennzahl für das Brutto-Inlands-Produkt. Diese Kennzahl war schon lange in der Diskussion, z. B. weil z. B. jeder Umweltschaden das BIP erhöht und somit volkswirtschaftlich nach dieser Kennzahl positiv zu betrachten wäre. Wie der Stand der Suche ist, zeigt eine Studie des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH in englischer Sprache. Als sinnvollsten Weg macht die Studie aus, zusätzlich zum BIP ökologische und soziale Indikatoren einzuführen, die helfen, Informationen zusammenzuführen und sie zusätzlich in Beziehung zu den BIP-Zahlen zu setzen. Die Studie fordert die Einführung eines umfassenden und transparenten Systems von Indikatoren, um wirtschaftliche Entscheidungen im Einklang mit nachhaltiger Entwicklung zu fördern. Vielleicht können Sie als Controller aus dieser Studie Transfer-Möglichkeiten für ihr Unternehmen gewinnen, die zusätzlich in eine BSC aufzunehmen wären. Diese Studie steht kostenlos unter http://www.wupperinst.org/publikationen/entnd/index.html?beitrag_id=1313 zum Download bereit.
Manfred Grotheer Sonstiges
In der letzten Woche erhielt meine jüngste Tochter ihr Abitur. Für mich unerwartet wusste sie, entgegen anderer Bekundungen ihrerseits, zur Abiturverleihung plötzlich nicht, was sie nach dem Abitur machen wollte – wie übrigens 50 Prozent ihrer Mitabiturienten auch, und überraschte mich mit dem Vorschlag – ein Jahr zu pausieren. Ein Problem unserer Gesellschaft? Keine eindeutigen Perspektiven für die Jugend? Da ich als Vater Controller war, und vielleicht an dieser Stelle schon viel zu spät informiert gewesen bin, schlug ich ihr vor, einen Business Case für das nächste Jahr zu erstellen. “Bitte schreibe auf 4 DIN A4-Seiten zusammen, welche Maßnahmen (Praktika etc.) Du Dir für das nächste Jahr vornimmst, auf der Zeitliste abgestimmt, um nach einem Jahr genauer zu wissen, was Du willst. X Prozent Deiner Lebenshaltungskosten im nächsten Jahr sind dabei durch Dich selber zu finanzieren.”
Bereits nach wenigen Stunden kam meine Tochter ernüchtert zu mir und teilte mir mit, dass es für Berufswunsch A nur 5 Ausbildungsplätze in der Provinz gab, dass für Berufswunsch B zunächst die Ausbildung per Kredit in Höhe von 50.000 € durch den Auszubildenden vorfinanziert werden müsste, etc. Es blieben schließlich nur 3 Maßnahmen übrig.
Was ist u.a. die Quintessenz für Controller aus diesem Beispiel? Der Sinn der schriftlichen Planung! Durch schriftliches Planen denkt man es zu Ende, netzplanartig. Außerdem wird es verbindlich, man legt sich fest. Schließlich sieht es auch der Planende selber besser ein. Und weiterhin ist es auch besser gegenüber Dritten kommunizierbar.
Damit Wünsche oder Ideen realistischer, d.h. machbarer, werden, hilft die schriftliche Planung. “Im Kopf” und mündlich lässt sich schnell perfekt planen, jedoch bleiben diese Pläne häufig unerfüllte Wünsche.
Manfred Grotheer Sonstiges
Von Führungskräften wird neben bereichsspezifischen und mitarbeiterbezogenen Qualifikationen zunehmend auch ökonomische Kompetenz verlangt. Jede Führungskraft sollte heute wissen, wie sie zur Wertsteigerung des Unternehmens beitragen kann. Daher ist es wichtig, dass in der Ausbildung Führungskräftenachwuchs neben Strategie- und Mitarbeiterführungsthemen auch ökonomische Aspekte zunehmend berücksichtigt werden: Wie verläuft der Planungs- und Berichtswesenprozess im Unternehmen? Wie wird der Wertbeitrag gemessen? In welcher Form trägt die einzelne Führungskraft mit ihrer Mannschaft zum Unternehmenswert bei? Für die Erläuterung dieser Sachverhalte in firmeninternen Ausbildungsgängen ist der Controller prädestiniert. Sind Sie als Controller bereits involviert? Vielleicht nehmen Sie einmal mit der Personalabteilung Ihres Unternehmens Kontakt auf und suchen mit ihr gemeinsam nach Möglichkeiten, diese Themen noch besser in die interne Ausbildung des Führungskräftenachwuchses zu integrieren. Außerdem wäre das auch PR in eigener Sache. Sie können sich als Controller vorstellen und schon frühzeitig eine Beziehungsebene zu den zukünftigen Führungskräften aufbauen.
Manfred Grotheer Sonstiges
In Ergänzung zum Vortrag “Employability” gibt es heute im Handelsblatt mehrere Artikel und Interviews zu den Themen Frauenquote und Teilzeitarbeit bei Führungskräften. Ein Interview mit Thomas Sattelberger, Telekom-Personalvorstand, finden Sie auf handelsblatt.com/frauen.
Manfred Grotheer Sonstiges
S. Gänßlen beendet den 35. Congress der Controller. Er betont, dass für ein gutes Controlling viele Aufzählungen von Jonas Biland, dem Abschlussredner, auch zutreffen: U.a. die intensive, rechtzeitige Vorbereitung, das laufende Lösen von Problemen und der Gedanke, dass immer ein bißchen mehr geht als man sich vorstellt.
Herr Gänßlen bedankt sich bei allen Teilnehmern für das Kommen, wünscht eine angenehme Heimreise und weist auf den Termin für den 36. Congress der Controller hin: 16. und 17. Mai 2011, in München.
Es würde uns freuen, wenn wir als ICV-Blogger Ihr Interesse für diese Veranstaltung wecken konnten. Vielleicht sehen wir uns im nächsten Jahr in München persönlich. Es würde uns freuen. Herzliche Grüße und alles Gute bis zum nächsten Live-Bloggen! Ihr ICV!
Manfred Grotheer Sonstiges

8:45 Uhr: Einlass zum Congress der Controller
Manfred Grotheer Sonstiges
Der Countdown läuft, nicht nur zur
Fussball-WM, sondern auch zum
Congress der Controller am 14./15.6.2010 in München. Freuen Sie sich auch schon auf spannende Vorträge und viele interessante Kontakte, letztere insbesondere im abendlichen Biergarten auf der Dachterrasse des Hotels? Für diejenigen, die leider nicht kommen können, werden wir, wie auch in den letzten Jahren, unsere Eindrücke zu Vorträgen und Gesprächen live vom Congress bloggen.
Manfred Grotheer 35. Congress der Controller, 2010, Sonstiges Blog, Congress der Controller
Letzte Kommentare