Die “Controlling Insights Steyr 2008″ endet mit einer Verlosung des Buches “Grundlagen der finanziellen Unternehmensführung”, zu dessen Autoren Prof. Dr. Heimo Losbichler gehört, sowie von wertvollen Sachpreisen von Sport Eybl. – Die CIS 2008 hat in einem professionellen Rahmen viele interessante Einblicke in die Unternehmenspraxis gewährt und bot zahlreiche Gelegenheiten Erfahrungen auszutauschen und mit Kollegen ins Gespräch zu kommen. Prof. Dr. Heimo Losbichler lädt ein zum Congress der Controller am 11./12. Mai 2009 in München und zur nächsten Controlling Insights Steyr am 20.11.2009.



Hans-Peter Sander Live CIS 2008
In seinem Vortrag “Die Steuerung einer Spitalsgesellschaft im Spannungsfeld Medizin – Ethik – Politik und Ökonomie” berichtet Mag. Karl Lehner, MBA, Vorstand Finanzen/Personal der “Gespag – OÖ. Gesundheits- und Spitals-AG”, wie in seinem Unternehmen mit dem “Geld (auch) der Zuhörer” gesteuert wird. Detailliert gewährt er “Insights” in die besonderen Rahmenbedingungen im Gesundheitsbereich und fordert: “Weg mit der Überregulierung!” Dass “Appendix nicht gleich Blinddarm” ist, meint bei Lehner, dass im Gesundheitsbereich die “Produkte” nicht gleich sind; selbst eine Blinddarmoperation habe immer wieder völlig unterschiedliche Verläufe. Insbesondere im Gesundheitsbereich sind oftmals äußerst sensible Diskussionen zu führen, berichtet Lehner, die sehr ernste ethische Fragen aufwerfen. – Insights, die auch nachdenklich stimmen.
Hans-Peter Sander Live CIS 2008
“Change Management – Welchen Mehrwert liefert der Controller?” ist nun das Thema von Mag. Claus Holzleitner, Ressortleiter Controlling, IT und Logistik, Sport Eybl & Sports Experts GmbH. Mit Blick auf die vorangegangenen Diskussionen der CIS 2008 plädiert er dafür, dass sich Controller im Change Prozess (auf Basis der Zielvorgaben des Topmanagements) sehr wohl einmischen müssen. Er spricht von verschiedenen Rollen des Controllers: als “Übersetzer”, als “Stabilisator” wie auch als “Treiber”. Der Sportartikel-Einzelhändler vergleicht Controlling mit Speedway-Fahren: Hier würde “immer Vollgas gefahren, aber mit der Bremse reguliert, damit das Motorrad nicht aus der Kurve fliegt”. – Ein lebendiger, mitreißender Vortrag mit vielen “Insights” in das Einzelhandelsunternehmen.
Hans-Peter Sander Live CIS 2008
Peter Thamm, Manager Preismanagement und Baureihensteuerung, MercedesBenz Cars, Daimler AG, Stuttgart, spricht nun zum Thema “Kundennutzenorientiertes Pricing in der Automobilindustrie”. Dabei widmet er sich dem Stellenwert des Pricings und den Rahmenbedingungen für Pricing. Danach rückt er den Kundennutzen als Ausgangspunkt für professionelles Pricing in den Mittelpunkt und erörtert Zielsystem und Systematik beim Pricing. Zum Abschluss gibt Thamm einige Hinweise zum Umgang mit Discounts.
Auch wenn Pricing branchenspezifisch zu betrachten ist, empfiehlt Peter Thamm, gerade angesichts der Wirtschaftskrise, in den Unternehmen nicht nur auf der Kosten- sondern auf der Erlösseite nach Lösungen zu suchen. Das Pricing sei hier ein alternativer, wirksamer Stellhebel. Das umso mehr, als “Pricing mit Bordmitteln möglich” sei.
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Zu einer Podiumsdiskussion “Können Top-Manager und Controller gewinnorientiert ethisch handeln?”hat sich nun eine sechsköpfige Runde zusammengefunden. Dabei werden interessante Fragen angerissen, z.B. welche realistische Rolle Controller denn wirklich im Unternehmen spielen können. Salomonisch heißt eine Empfehlung für die Controllerzunft, jetzt “nicht wegzuducken”, aber sich auch “nichts aufhalsen” zu lassen. Apelliert wird an die Zuhörer, in den Unternehmen gemeinsam nachzudenken und Lösungen zu finden, die jenseits der gewöhnlichen Reflexe – Stellenabbau – liegen. Dass dabei System-Überlegungen anzustellen sind, ist der Runde klar. Es wird auch auf das Engagement des Internationalen Controller Vereins in der “Change the Game” Initiative hingewiesen.



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Mittagspause bei der CIS 2008. Die rund 200 Teilnehmer nutzen die Gelegenheit für angeregte Gespräche. Die diesjährigen “Österreichischen Controlling Festspiele” sind von einem “wirtschaftlich extrem schwierigen und unsicheren Umfeld” geprägt, wie Cheforganisator, Prof. Dr. Heimo Losbichler, stv. Vorstandsvorsitzender des Internationalen Controller Vereins, schreibt. Umso deutlicher ist der Tagungs-Atmosphäre anzumerken, wie wichtig den Controlling-Praktikern der Erfahrungs- und Meinungsaustausch ist. – Man kann sich auf eine hochinteressante zweite Halbzeit der CIS 2008 freuen.






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Auf die Frage “Sind ethisches und wirtschaftliches Handeln unversöhnliche Gegensätze?” sucht in seinem gleichlautenden Vortrag Mag. Helmut Schüller, Universitätsseelsorger der Wirtschaftsuniversität Wien, Antworten. Er stellt klar, wirtschaftliches Handeln ist nichts anderes als menschliches Handeln! – Ein nachdenklich stimmender Vortrag. Hier einige Bonmots:
- “Ist ‘Ratio-nalisierung’ eigentlich immer die im Wortsinn gemeinte ‘Ver-Vernünftigung’?”
- “Was ist zur These ‘wirtschaftlicher Erfolg’ steht an der Spitze unserer Werteskala zu sagen? – Dazu muss jeder für sich klären, was ist ‘Erfolg’? Was sind ‘Werte’? – Und bedenken wir, was bleibt denn auf lange Sicht für uns von einem Erfolg, z.B. wenn man als ‘Manager des Jahres’ ausgezeichnet worden ist?!”
- “Ethik ist nicht etwas, was man im Nachhinein als ‘Medizin’ dazu holt, sondern schon das Herangehen von vornherein.”
- “Was ist ‘gutes Handeln’?: Wenn ich meiner Verantwortung gerecht werde(n will).”
- “Angesichts der enormen ‘Komplexität’ werden wir oft zu Komplizen’.”
Nach der nun folgenden Mittagspause, die sicher auch zur Diskussion dieses Vortrages genutzt wird, steht eine anschließend fortsetzende Podiumsdiskussion im Programm: “Können Top-Manager und Controller gewinnorientiert ethisch handeln?”
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Ist das Thema Green-Controlling durch die Wirtschaftskrise in den Hintergrund gerückt? – Mit Spannung erwartet die CIS 2008 nun Gerhard Hanke, Head Corporate Controlling der Wienerberger AG, mit seinem Vortrag “Green-Controlling – Wie Wienerberger die Klimakosten ‘richtig’ ansetzt”. Aktuell stehen auch bei Wienerberger Liquiditätssicherung, Cash-flow-Maximierung, Verschuldungsreduktion und Dividende an der Spitze der To-do-Listen. Und Green-Controlling?
Hanke berichtet über die Einführung der CO2-Zertifikate bei der Wienerberger-Gruppe, erläutert dabei zunächst die Logik des Emissionshandels, danach widmet er sich den Ergebnissen und Lehren verschiedener Einführungsphasen (z.B.: Die CO2-Kosten als wesentlicher Bestandteil der Produktionskosten müssen kalkuliert werden!). Der Vortrag widmet sich dann den Fragen, wie in der Gruppe eine spezielle Handelsstrategie definiert wurde, wie die spezifischen Verantwortlichkeiten im Unternehmen geregelt wurden, welche Auswirkungen das Thema auf das Rechnungswesen (z.B. bei Verbuchungen) hat. – In diesem Sinne hat Green-Controlling angesichts der Wirtschaftskrise ganz sicher nicht an Bedeutung eingebüßt.
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Der kaufmännische Direktor der Salzburger Festspiele, DDr. Gerbert Schwaighofer, berichtet über die Planung und Steuerung im Kulturbetrieb; bei den Salzburger Festspielen. Eingangs stellt Schwaighofer die Festspiele mit eindrucksvollen Zahlen aus diesem Jahr vor: 253.850 Besucher aus 68 Ländern, 25,15 Mio. EUR Kartengeldeinnahmen, das sind knapp 50% der gesamten Einnahmen usw. Dann widmet er sich einer ganz spannenden Frage: Wie arbeitet man im Spannungsfeld Kaufmann-Künstler? Schwaighofer stellt dazu u.a. das Modell “Projektabhängige Kosten” vor (mit diesem kann er sich aus den künstlerischen Fragen weitestgehend “heraushalten”) und erläutert die Deckungsbeitragsrechnung, das Kosten- wie das Einnahmen-Monitoring der Festpiele. Zum Schluss des Vortrages noch eine weitere interessante “Insight” der CIS 2008: Wie in ganz gewöhnlichen Unternehmen auch, muss der kfm. Direktor bei der Ausgabenseite der Salzburger Festspiele gelegentlich eindringlich auf die Planungskonformität “drängen”.
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In seinem Vortrag “Die Wahl des richtigen Finanzierungsmix in der Zeitreihe der Unternehmensentwicklung” widmet sich Dr. Rudolf Knünz, Vorstand der Cross Industries AG, einer ganzen Reihe aktuell brennender Fragen. Er gewährt interessante “Insights” in die Firma KT; wie dort im Spannungsfeld von Liquidität, Rentabilität und Stabilität vorgegangen wird, und er berichtet dabei über Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren am Beispiel der KTM. In seinen Ausführungen zur Rolle des Controllers legt Knünz besonderes Augenmerk auf einen langfristigen Fokus der Zukunftssicherung, auf die Schaffung einer offenen Informations- und Kommunikationsatmosphäre (im positiven Sinne des “Hofnarrs”), eines proaktiven Risikomanagements sowie den Aufbau einfacher,aber wirkungsvoller Systeme.
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