Die “Rekord-CIS 2010″ geht zu Ende. Über 300 Gäste der “Controlling Insights Steyr” haben ein buntes Themenspektrum in hoher Qualität erlebt. Diese “Festspiele der österreichischen Controlling-Community” haben wieder tiefe Einblicke in die Unternehmenspraxis erlaubt. Tagungsleiter Prof (FH). Dr. Heimo Losbichler, stv. ICV-Vorstandsvorsitzender, dankt den Referenten und seiner Kollegin Elke Schlemmer, die maßgeblich zur erfolgreichen Organisation der CIS beigetragen hat, sowie dem Organisationsteam.

Die nächste CIS wird eine Jubiläums-Tagung, kündigt Losbichler an: die 10. Controlling Insights Steyr wird am 18. November 2011 stattfinden.
Hans-Peter Sander Controlling Insights Steyr CIS 2010, Internationaler Controller Verein

Ein prominenter Schlussredner steht nun am Rednerpult der CIS 2010: Mag. Anton Innauer, Olympiasieger, Erfolgstrainer, Sportmanager. Die seit Jahren großartigen Erfolge der österreichischen Skispringer werden in Österreich auch seinem jahrelangen Wirken zugeschrieben. Innauer spricht zum Thema: “Was motiviert den Menschen zu Spitzenleistungen?” Er gewährt hochinteressante Einblicke in die Skisprungszene.
(Interessant: Das Wichtigste um Spitzenleistungen zu erreichen, ist Regeneration, erklärt Innauer; das gelte längst nicht nur für den Sport.)
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Dr. Peter Untersperger, CEO Lenzing AG, spricht nun zum Thema “Diskontinuität als Unternehmenssteuerungsinstrument”. An den Anfang seines Vortrages, der sich vor allem um die Mitarbeiterführung dreht, stellt er die Forderung; Controller müssen Grundlagen für Entscheidungen des Managements schaffen, dass kalkulierbare Risiken eingegangen werden können. Untersperger plädiert in seinen Ausführungen auch für eine persönliche Ergebnisrechnung – vor allem der hochbezahlten Top-Leute: Bemühen sei gut, es müsse aber Resultate geben. Eine andere Forderung: Top-Performer, dazu zählt Untersperger auch die Controller, müssen ein Herz haben und sie müssen es den Mitarbeitern zeigen!

Großartig: dieser Vortrag ist voller Metaphern! Das Thema wird mit der Frage umschrieben, “Warum das Eichhörnchen Nüsse sammelt”. Ein verblüffendes Bild: die Schafe. Diese leben in der Herde und müssen keine Entscheidungen treffen; sie haben ihren Schäfer, den Manager, und dieser habe seinen Controller, das sei in diesem Fall der Hund.
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Nun steht die traditionelle CIS-Podiumsdiskussion auf dem Programm. Das diesjährige Thema „Nachhaltigkeit – Modewort oder Umbruch im Management?“ diskutieren (v.l.n.r.): Christoph Wurm, VKB; Ernst Haidenthaler, Standortleiter KPMG; Moderatorin Ulrike Rubasch “OÖ Nachrichten”; Anton Innauer, Olympiasieger, Erfolgstrainer, ÖSV Direktor, Sportmanager; Karl-Heinz Steinke, Lufthansa; Heimo Losbichler, ICV. Die Einführungsrunde wird genutzt, den Begriff “Nachhaltigkeit” im individuellen Verständnis der einzelnen Diskutanten zu klären. Innauer betont, Erfolge auf eine lange Zeit zu sichern: organisatorisch wie auch in der Nachwuchsarbeit personell. Für den KPMG-Vertreter ist entscheidend, wie es Unternehmen gelingt, die besten Köpfe zu gewinnen. Sich so zu beschränken, dass die nachfolgenden Generationen auch erfolgreich sein können, beschreibt Losbichler sein Nachhaltigkeits-Verständnis. Lufthansa-Controlling-Chef Steinke meint, das Thema Nachhaltigkeit habe in der Controller-Community nach der Krise einen deutlich höheren Stellenwert. Es bleibe aber die entscheidende Aufgabe der Controller, in den Unternehmen die Rationalität – auch angesichts immer neuer Trends – zu sichern.

So führt der kurze Talk zur Frage, ob Nachhaltigkeit künftig ein Wettbewerbsvorteil oder doch eher ein -nachteil sein werde. Die Teilnehmer sind sich einig: ein Vorteil. Und Steinke ergänzt: verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln dürfe einfach kein Nachteil sein.
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“Ist der Shareholder Value Ansatz noch zeitgerecht?”, diese Frage stellt CIS-Tagungsleiter Heimo Losbichler über den hochkarätigen Vortrag nach der Mittagspause. “Wertorientiertes Management bei Lufthansa – nur ein ganzheitlicher Ansatz führt zum Erfolg” ist das Referat von Karl-Heinz Steinke, Leiter Konzern-Controlling Lufthansa AG, überschrieben.

Zunächst stellt Steinke, der auch in der Ideenwerkstadt des Internationalen Controller Vereins (ICV) mitarbeitet, sein Unternehmen vor, in dem das Controlling verantwortlich für die Umsetzung und Weiterentwicklung des Konzepts der wertorientierten Konzernsteuerung ist. Dann widmet sich der Referent detailliert dem Cash Value Added (CVA) als Spitzenkennzahl der Konzernsteuerung. Danach berichtet Steinke, wie das Konzept im Konzern umgesetzt und auch, wie die Wertorientierung in den Köpfen der Manager verankert wird.
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Eine Trilogie zu erfolgreichen Unternehmen kündigt jetzt Tagungsleiter Heimo Losbichler die nächsten Vorträge der CIS 2010 an. Als erster stellt Mag. Robert Kastil, CFO Rosenbauer AG, die Erfolgsgeschichte seines Unternehmens vor. Unter der Überschrift “Nachhaltige Unternehmensführung – Der Weg vom Familienunternehmen zum globalen Player” lässt er zunächst die jüngere Firmengeschichte seit dem schlimmsten Krisenjahr seines Hauses 1984/85 Revue passieren. “Hilflos ohne Controlling – die Unternehmenskrise Anfang der 80-er Jahre” ist bei ihm dieses Kapitel überschrieben. Interessant: Damals traf Kastil erstmals den deutschen Controlling-Pionier Dr. Albrecht Deyhle, der die Geschäftsleitung vom notwendigen Aufbau eines Controllings überzeugen konnte. Aus den Krisen in den 80er Jahren wie auch der letzten beiden Jahre hat Kastil u.a. diese Lehre gezogen: “Ohne effizientes Controlling kann man das Steuerrad drehen wie man will – die Steuerkette zum Ruder ist dann abgerissen.” Der Rosenbauer-CFO beschreibt dann wichtige Entwicklungsetappen wie den Börsengang und widmet sich dann den strategischen Erfolgsfaktoren seines familiengeführten Hauses. Controlling und Nachhaltigkeit sind Eckpfeiler dieser wunderbaren Erfolgsgeschichte. Was für ein interessanter Vortrag!!

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Nach der ersten, gewohnt kommunikativen Kaffeepause ist nun “Finanzierung 2011 – Auswirkungen von Basel III auf die Beziehung Banken-Unternehmen” der Vortrag von Mag. Christoph Wurm, Vorstand VKB Bank, überschrieben. Er beschreibt zunächst Banken als “das Spiegelbild unserer Gesellschaft” und die Lehren aus der Krise. Dann widmet er sich Liquidität und (Eigen)kapital als den bestimmenden Finanzfaktoren für Banken und Unternehmen. Nach den Auswirkungen von Basel III auf die Unternehmensfinanzierung spricht Wurm dann zum Rating als Grundlage des Kreditmanagements und den sich daraus ergebenden Anforderungen an die Controller, damit der “Blutkreislauf der Wirtschaft” funktionieren kann. Wurms Fazit: “Auch bei Basel III wird sich die Welt weiter drehen, obwohl Risiko seinen – steigenden – Preis haben wird.”

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“Die Finanz nach Indien? Warum CFOs auch das Controlling auslagern”, will nun Mag. Christoph Prieler, Offshoring Advisor McKinsey & Co, Flextronics, IBM, beantworten. Er steigt in seinen Vortrag mit der Beschreibung der gestiegenen Anforderungen an die Finanzfunktion – und des gestiegenen Stellenwerts der Finanzabteilungen – nach der Krise ein. “CFOs verbringen heute substantiell mehr Zeit mit Steuerungsfunktionen als vor der Krise”, erklärt Prieler.
Aber auch die Anforderungen haben zugenommen. Prieler will erläutern, ob und wie Outsourcing bzw. Offshoring dieses Problem lösen helfen könnten. (Lt. Referent sollen 50% Kosteneinsparungen durch O&O möglich sein.) “Was bleibt vor Ort, was geht nach Indien?” – Der Referent gibt einen Überblick, welche Finanzfunktionen und welche Unternehmen schon in Indien sind. Danach diskutiert Prieler “alternative Destinationen für europäische Unternehmen in Zentral- und Osteuropa”. Abschließend beschreibt er Erfolgsfaktoren aus der Praxis für ein erfolgreiches Offshoring der Finanzaktivitäten. Sein Resümee: O&O-Aktivitäten müssen strikt an die Unternehmensstrategie und -kultur gebunden sein.

Ein “kritisches Thema, bei dem sich für einen Controller kein Wohlfühlen einstellen wird”, fasst Tagungsleiter Heimo Losbichler den interessanten wie streitbaren Vortrag zusammen – und empfiehlt, weitere Diskussionen in der nun beginnenden Kaffeepause zu führen.
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“Strategische Ausrichtung: Was Controller von Fußballern lernen können” ist das Thema von Erwin Staudt, Präsident VfB Stuttgart 1893 e.V. und früherer General Manager IBM Deutschland.

Staudt beschreibt zunächst das System Profifußball aus betriebswirtschaftlicher Sicht. (Überraschende Erkenntnis: Der 4. Produktionsfaktor im Profifußball ist… ein guter Gegner!) Staudt stellt dann “strategische Stellschrauben” des VfB Stuttgart vor, berichtet, wie Managementinstrumente aus der Wirtschaft adaptiert wurden, wie Balanced Scorecard, Sports Planer, CRM Microsoft, KnowledgeMiner. (Eine weitere Erkenntnis aus dem Vortrag: “Seinen Laden im Griff haben heißt, seinen Kunden kennen.”) Danach geht Staudt auf die Finanz- und Ergebnisplanung (nicht die der Spielergebnisse) im Profifußball ein. (Interessant: Simulationsrechnungen…)
Ein interessanter und spannender Vortrag; auch wenn der im Veranstaltungsflyer angekündigte Unterpunkt “Mit der Balanced Scorecard in die Champions League” – wohl angesichts der aktuellen Tabellensituation des VfB – nicht ganz aktuell gewesen ist.

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